





Historische Fenster lassen sich abdichten, ohne ihren Charakter zu verlieren. Kittnuten ausräumen, Leinölkitt erneuern, Glas vorsichtig sichern, Beschläge reinigen und gängig machen. Eine zweite Dichtungsebene und fein justierte Schließbleche verbessern Werte spürbar. Probieren Sie Zuglufttests mit Kerzenflamme, dokumentieren Sie Spaltmaße und planen Sie Wartungsintervalle. Ein Kastenfenster von 1898 erreichte nach Pflege erstaunliche Ergebnisse und blieb das schönste Lichtinstrument des Hauses.
Ohne richtige Profile fehlt der Klang der Räume. Erstellen Sie Schattenrisse, fräsen Sie Messer nach Vorbild und wählen Sie Holz mit ähnlicher Dichte. Kleine Unebenheiten erzählen Geschichte und dürfen bleiben. Eine Tischlerin rekonstruierte ein umlaufendes Hohlkehlprofil, das Heizungsleitungen elegant verbarg. Verleimen Sie in Faserrichtung, setzen Sie Dehnfugen und nutzen Sie reversible Klebungen, wo möglich. Erst die korrekte Abfolge bei Montage und Finish macht das Ergebnis unsichtbar selbstverständlich.
Öle, Wachse und Schellack betonen Maserungen und sind leicht reparierbar. Prüfen Sie Untergrundfeuchte, entstauben Sie akribisch und testen Sie Proben im Streiflicht. Dünn, in mehreren Gängen, mit Zwischenschliff erreicht man Tiefe statt Plastikfilm. Ein geöltes Treppenhandlaufprofil fühlte sich plötzlich warm und sicher an. Notieren Sie Mischungsverhältnisse, Trocknungszeiten und Pflegeintervalle. So bleibt die Oberfläche lebendig, reparaturfreundlich und passt sich dem Hausrhythmus über Jahre hinweg harmonisch an.
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